Neuer Professor am Studiengang Medien- und Kommunikationsinformatik
Reutlingen - Seit dem 1. April lehrt Prof. Dr. Frank Dopatka am Studiengang Medien- und Kommunikationsinformatik. Er tritt damit die Nachfolge von Prof. Helmut Maier an. Für den jüngsten Professor an der Fakultät kommt es vor allem auf das praktische Wissen an.
Seinen ersten Computer, so Frank Dopatka, habe er noch auseinander geschraubt, weil er nichts damit anzufangen wusste. Doch das änderte sich schnell. Ein Ferienjob, bei dem er eine Maschine programmieren musste, die Schokolade herstellt, war für den heute 32-jährigen so etwas wie ein Schlüsselerlebnis in Sachen Computer und Informatik.
Den Studenten an der Fakultät Informatik möchte Dopatka eine möglichst robuste Grundausbildung mitgeben, damit sie später in der Wirtschaft auch klar kommen und die Werkzeuge beherrschen, die notwendig sind, so der frisch ernannte Professor der Fakultät. Praktische Erfahrungen, wie er sie selbst einmal gemacht hat, sind aus Sicht von Dopatka für ein erfolgreiches Studium unerlässlich. Aus diesem Grund will der 32-jährige auch die Kooperationen mit Unternehmen fördern. Ganz ohne Theorie ist aber auch, aus Sicht von Frank Dopatka, ein erfolgreiches Informatik Studium nicht möglich. Wichtig sei dabei ein gutes Stück Selbstdisziplin und die Fähigkeit zum strukturierten Denken. Diese Fähigkeiten, so Dopatka, seien für ein erfolgreiches Studium wesentlich wichtiger, als die allgemeine Überzeugung, dass man für ein Informatik Studium gut in Mathematik und Physik sein müsse.
Das Interview im Wortlaut:
Sie unterrichten Grundlagen der Informatik. Was fasziniert sie an Informatik, dass sie an die Grundlagen gehen wollen?
Es geht mir vor allem darum, den Leute die Denkweise beizubringen, genauer den Weg vom Problem im Alltag hin zur technischen Umsetzung. Diese Denkweise ist nicht einfach zu lernen. Die "Freaks im Keller" können es von sich aus, aber alle anderen, die auch Informatiker sind, müssen herangeführt werden an diese Grundlagen. Da sehe ich die Herausforderung.
Wie sind sie denn selbst zur Informatik gekommen? Haben sie schon mit 10 Jahren vor dem PC gesessen und programmiert?
Damals hatte ich einen Computer, der stand zunächst zweieinhalb Jahre herum, weil ich nicht so recht wusste, was ich damit mache sollte. Ich habe ihn dann zerlegt, weil ich da was rein bauen wollte. Das hat aber nicht funktioniert.
Mit 14 Jahren habe ich dann einen Ferienjob in einem kleinen Unternehmen gemacht, die automatisierte Anlagen bauten. Die machten Maschinen um Schokolade herzustellen. Weil es eine kleine Firma war, war alles natürlich auch nicht so theorielastig. Es ging nur darum etwas zu bauen was funktioniert. Diese Anlagen hatten Bedienpulte, die programmiert wurden und da hat man mich dann sofort dran gesetzt, was mich verwundert hatte. Ich hatte keinerlei Ausbildung, aber das Schöne war, dass ich dort das erste Mal ein wenig programmieren konnte und gleichzeitig sah, wie es danach in Produktion ging.
Anschließend habe ich mich bei der Firma erkundigt und gefragt, was ich nach dem Abitur machen soll und die haben mir geraten, an einer Fachhochschule zu studieren. In Gummersbach war dann ja auch eine Außenstelle der Fachhochschule Köln an der ich dann studiert habe.
Was würden sie jungen Leuten heute raten, die studieren wollen?
Es gibt ja diese ganzen Regeln, dass man in Mathematik und Physik gut sein müsste um Informatik zu studieren. Aus meiner Sicht muss man nicht unbedingt in Mathematik gut sein. Für mich gehört vielmehr ein Stück Selbstdisziplin und strukturiertes Denken dazu, dass man sich selber organisieren kann und Probleme strukturieren kann. Aber das war es auch.
Und wie begeistert man junge Menschen für Informatik und was begeistert sie denn selbst dran?
In der Regel das Praktische. Es macht erst mal keinen Spaß Vorlesungen in Grundlagen der Mathematik oder Informatiktheorie zu hören. Die haben mich auch nicht begeistert. Mein Ding war mehr Ingenieur mäßige Informatik, also Probleme zu lösen. Ich denke, dass dies die Leute auch begeistern kann, weil man sieht, dass man selber Probleme lösen kann.
Gibt es ein konkretes Beispiel, woran sie das festmachen können?
Jede Art von Softwareentwicklung. Zum Beispiel für Arztpraxen. Die Karteikarten verschwinden dort nun langsam. Man muss Dinge nicht mehr mehrfach eingeben und hat gleichzeitig auch Suchfunktionen.
Oder auch der gesamte Bereich der Prozessautomatisierung. Man ist damit in der Lage, Daten weiter zu geben und sie abzugleichen, wenn man verschiedene Standorte hat. Mein persönlicher Schwerpunkt ist die Automatisierungstechnik.
Denken Sie da nur an den Autokauf. Dort werden die Kundenwünsche bei der Bestellung genau festgehalten und genau diese Daten sorgen dafür, dass am Ende das Auto raus kommt, was sich der Kunde gewünscht hat.
Sie sehen nicht wie ein schon in Ehren ergrauter Professor aus. Wie war denn die erste Reaktion der Studierenden. Hat man sie sofort als Professor erkannt?
Die Studenten ja. Die haben vielleicht schon im Internet gegoogelt und mich gefunden und wussten daher wer ich bin. Anders in der Hochschulverwaltung. Einige Mitarbeiter, etwa beim Hochschulrechenzentrum, wo ich meinen Account beantragt habe, dachten ich sei ein Student. Grundsätzlich möchte ich so wenig Distanz wie möglich aufbauen. Distanz fördert nicht die Zusammenarbeit und dann trauen sich die Studenten auch nicht, Fragen zu stellen.
Was war denn das Thema ihrer ersten Vorlesung und haben die Studenten auch mitgemacht?
Es war Einführung in die Programmiersprache Java. Ich habe ja vorher schon bei der GFU unterrichtet. Dort war es berufliche Weiterbildung. Hier habe ich wesentlich jüngere Leute. Es ist eine andere Art der Motivation. Man muss dafür sorgen, dass die Leute dabei bleiben und es nicht nur als Nebenfach sehen. Ich muss aber sagen, dass die Studenten ziemlich begeistert dabei sind.
Was ist ihr persönliches Ziel hier an der Hochschule?
Das die Studenten eine möglichst robuste Grundausbildung bekommen, damit sie später in der Wirtschaft auch klar kommen und die Werkzeuge beherrschen, die notwendig sind. Was ich auch auf jeden Fall fördern will, ist die Kooperation mit Unternehmen. Die Studenten bekommen über Praktika und Praxisseesemester ein Gefühl, wie man in der Wirtschaft arbeitet, Und last but not least würde ich noch ein paar Projekte fortführen, die von meiner Doktorarbeit liegen geblieben sind, vielleicht als hochschulinterne Projekte.
Das Gespräch führte Alfred Siewe-Reinke.
Quelle: http://www.inf.reutlingen-university.de/index.php?id=671&newsid=98
Gummersbach - "Master of Science" darf sich Frank Dopatka aus dem Reichshof jetzt nennen - mit seinem Abschluss ist der Informatiker einer der ersten von rund 40 Studierenden, die zur Zeit in Gummersbach den Aufbaustudiengang der Medieninformatik belegen und auch der erste Masterabsolvent im Campus der oberbergischen Kreisstadt überhaupt.
Seit der neue Studiengang Medieninformatik im Jahre 2000 mit den Abschlüssen "Bachelor" und "Master" startete, erfreut er sich wachsender Beliebtheit: 390 Studierende sind es inzwischen, berichtet Manfred Stern. "Frank Dopatka war sozusagen ein Quereinsteiger, denn er hatte vorher Technische Informatik studiert und sich nach dem Diplom für den Master-Studiengang beworben." Mit seiner Diplom-Durchschnittsnote 1,5 erfüllte er das Kriterium "besonders qualifiziert" und wurde angenommen. Ohne diese herausragende Leistung hätte er mehrjährige Berufspraxis nachweisen müssen.
Der Master-Studiengang interessierte Dopatka nicht nur wegen seiner Inhalte wie Multimedia-Systeme, Datenschutztechniken oder 3D-Interaktion, sondern auch als Sprungbrett zum Doktor-Titel. Mit dem Master bewarb er sich an der Universität Siegen und wird dort, wenn alles wie geplant läuft, im Sommer 2004 wissenschaftlicher Mitarbeiter mit Lehrverantwortung und Promotionsmöglichkeit. Vorher muss er noch einige Seminarscheine an der Uni absolvieren; seine Master-Thesis wird ihm als Einzelfallregelung als universitäre Diplomarbeit anerkannt. Sein Dissertations-Thema hat der 25-Jährige auch schon im Kopf: "E-Learning-Elemente zur Softwareentwicklung in der Sekundarstufe II".
Das Wissen für seine Arbeit hat der hochgewachsene junge Mann mit dem kleinen Zopf an der FH, aber auch in seinen Praxisphasen gesammelt. In der Technischen Informatik lernte er Rechnerstrukturen, aber auch die Gestaltung von Bedienelementen im Rahmen der Mensch-Computer-Interaktion kennen. Im Studium der Medieninformatik wurde der EDV-Spezialist erstmals vertraut mit der Didaktik der Informatik, der Erstellung interaktiver Programme oder dem Aufbau von Informationssystemen. Praxiserfahrung sammelte Dopatka als freier Mitarbeiter bei der Ferchau Engineering GmbH in Gummersbach, für die er ein Mitarbeiterportal mit Arbeitszeiterfassung entwickelte, also eine Internetplattform, mit der die bundesweit verteilten 1.800 Angestellten des Dienstleistungs-Unternehmens ihre Arbeitszeiten abrechnen können. Dieses Programm wurde Teil der Master-Abschlussarbeit. Dazu kamen Erfahrungen im Praxissemester bei der Unitechnik GmbH in Wiehl und in seiner Zeit als Existenzgründer im Bereich der Software-Entwicklung und Hardware-Beratung.
Die Masterstudiengänge sind noch neu an deutschen Fachhochschulen. Sie bieten erfahrenen Berufstätigen oder besonders begabten jungen Absolventen eine Möglichkeit der wissenschaftlichen Weiterqualifizierung. Neben der Möglichkeit zur anschließenden Promotion an einer Universität spricht das Gummersbacher Angebot durch seine internationale Ausrichtung und die guten Kontakte zu Partnerhochschulen in USA, Frankreich oder Russland auch Studierende an, die eine Karriere bei einem internationalen Konzern oder im Ausland anstreben.
Das dreisemestrige Studium umfasst vertieftes Grundlagenwissen wie Theoretische Informatik, Betriebswirtschaft oder Designtheorie; Wissen über Medien und Gestaltung mit Fächern wie Publizieren, audiovisuelle Medien oder E-Commerce und vermittelt schließlich professionelle Fähigkeiten etwa in Moderation, Personal- oder Verhandlungsführung.
Quelle: http://www.oberberg-aktuell.de/index.php?id=144&tx_ttnews[tt_news]=32595
Oberberg: Zum siebten Mal hat die Erzquell Brauerei einen Förderpreis für herausragende Diplomarbeiten des Fachbereichs Informatik an der Fachhochschule Gummersbach gestiftet.
Den ersten Preis, dotiert mit 750 Euro, erreichte in diesem Jahr der 26-jährige Wuppertaler Dariusz Bilinski mit seiner Arbeit "Validierung eines dedizierten biometrischen Fingerabdruck-Identifikationssystems". Er entwickelte ein wiederholbares, automatisiertes Testverfahren für verschiedene Fingerabdruck-Prüfsysteme und verglich deren Leistungsfähigkeit. Für die Firma Delphi (jetzt megamos) aus Wiehl erstellte der Preisträger zu diesem Zweck eine Software.
Der Reichshöfer Frank Dopatka erhielt für seine Diplomarbeit "Konzeption und Realisation eines Online-Praktikums sowie eines Internet-Portals für das TDI-Labor" den zweiten Preis (500 Euro). Dopatka ersann die erste Stufe eines Programms, mit dem Studierende ihre Praxis-Aufgaben im Labor für Technische Datenverarbeitung und Informationstechnik (TDI) von zu Hause aus über das Internet erledigen können. Außerdem konzipierte der 25-jährige eine Homepage für das TDI-Labor. Betreuer beider Arbeiten war Prof. Torsten Drescher.
Quelle: http://www.oberberg-aktuell.de/index.php?id=144&tx_ttnews[tt_news]=27587